Hallo und willkommen beim SPICK Blog!
Viele digitale Inhalte sind so gestaltet, dass sie möglichst schnell Aufmerksamkeit erzeugen. Ein Video folgt dem nächsten, dazwischen ein Spiel, eine Nachricht oder eine neue App. Unser Gehirn springt von Reiz zu Reiz – und gewöhnt sich daran, Informationen eher zu überfliegen als wirklich zu vertiefen.
Beim Lesen ist das anders. Ein gedruckter Text fordert unser Gehirn stärker heraus. Wenn dein Kind einen längeren Text liest, muss es sich konzentrieren, Zusammenhänge erkennen und Informationen ordnen. Studien wie die «Stavanger-Erklärung» zeigen: Längere Sachtexte werden auf Papier oft besser verstanden als auf dem Bildschirm. Lesen auf Papier fördert sogenanntes Tiefenlesen – also das gründliche Verarbeiten von Inhalten. Digitale Geräte hingegen begünstigen Ablenkung. Push-Nachrichten, neue Inhalte und Multitasking machen es schwieriger, längere Zeit bei einer Sache zu bleiben. Gedruckte Medien schaffen dagegen einen klaren Fokus: keine Pop-ups, keine Benachrichtigungen, kein Algorithmus, der ständig etwas Neues vorschlägt.
Auch unser Gedächtnis profitiert vom Lesen auf Papier. Das physische Blättern hilft dem Gehirn, Inhalte räumlich zu verorten. Kinder erinnern sich beispielsweise daran, dass eine Information am Anfang oder gegen Ende eines Artikels stand. Diese Orientierung unterstützt das Behalten. Gerade Kinder profitieren davon besonders, weil sie ihre Lesestrategien erst aufbauen. Lesekompetenz ist nämlich eine der wichtigsten Fähigkeiten für Schule und späteres Lernen. Wer sicher liest, versteht Aufgaben besser, kann sich selbstständig Wissen aneignen und komplexe Inhalte leichter erfassen.
Und hier können wir als Eltern viel bewirken. Schon kleine Rituale helfen: ein Magazin am Frühstückstisch, eine gemeinsame Lesezeit am Abend oder ein spannender Artikel zwischendurch. Wichtig ist vor allem, dass Lesen mit Neugier und positiven Erfahrungen verbunden wird. Ein Magazin wie SPICK kann dabei eine schöne Unterstützung sein. Es verbindet spannende Geschichten, Wissen und überraschende Fakten mit einer Form des Lesens, die Konzentration und Neugier fördert. Monat für Monat entsteht so bewusste analoge Lesezeit – mitten in einer digitalen Welt voller Ablenkungen.
Denn Lesen bedeutet mehr als nur Informationen aufnehmen. Lesen bedeutet auch: innehalten, nachdenken und die Welt besser verstehen.
Ein paar Tipps für mehr Lesezeit im Familienalltag:
- Führe feste Lesezeiten ein. Schon 10–15 Minuten täglich können einen grossen Unterschied machen. Wenn dein Kind dazu neigt, bei der Lesezeit nicht wirklich ins Buch oder auf den Text zu schauen, dann liest gemeinsam.
- Sei Vorbild. Wenn dein Kind dich häufiger beim Lesen sieht, wird es Lesen als etwas Alltägliches, zum Alltag dazugehörendes sehen. Wenn Kinder sehen, dass Eltern selbst lesen, greifen sie häufiger ebenfalls zu Büchern oder Magazinen.
- Schau dir doch einfach mal die Blog-Beiträge «002: Zu alt zum Vorlesenlassen? Nie!», «009: Hilfe! Mein Kind will nicht lesen.» und «016: In Zukunft mit Lesefreude!» an.
Zum Schluss noch ein Gedanke. Wenn wir ehrlich sind, kennen viele von uns das selbst: Man öffnet kurz eine App, schaut ein Video – und plötzlich sind zehn oder zwanzig Minuten vergangen. Gerade das endlose Scrollen durch Shorts oder Reels hat ein enormes Suchtpotenzial. Und das betrifft nicht nur Jugendliche. Vielleicht liegt genau darin eine wichtige Erkenntnis: Wir Eltern sind nicht nur als Vorbilder gefragt, sondern auch aus Selbstschutz. Unsere Aufmerksamkeit ist eine wertvolle Ressource – für unsere Kinder, für unsere Familie und auch für uns selbst.
Herzlichst,

Esther und Alex Volz